Eine Bewegung als wollte sie
Karin Schlechter
Videoinstallation DVD loop 15 min.
Maße: 200x100x50 cm
Holz, Leinentuch, Videoprojektion
In dieser Arbeit bat ich verschiedene Frauen, sich in meinem Atelier mit ihrer üblichen Schlafkleidung in ein Bett zu legen. Ich filmte sie, wie sie dort liegen, sich herum drehen, um dann aufzustehen und weg zu gehen.
Die Videoarbeit wird senkrecht auf einen länglichen Kubus projiziert, der mit weißem Tuch abgedeckt wurde, ohne Ton und in Originalgröße. So entsteht für die Betrachter*innen eine Art Vexierspiel zwischen dem Eindruck, einen Film anzuschauen und gleichzeitig Zeuge/Zeugin einer privaten Situation zu werden.
Während des Filmens und Arbeitens dachte ich an das Verhältnis von An- und Abwesenheit, an Fiktion und sogenannte "Wirklichkeit". Ich dachte an die feine Grenze zwischen Wachen und Träumen. Und dass sich mir zuweilen während des Aufwachens am Morgen plötzlich und unerwartet eine Lösung für ein schwieriges Problem zu offenbaren scheint.
Mir scheint, dass die Übereinanderfaltung von "Schein und Sein" in dieser Arbeit wie eine Spalte in der Welt funktionieren kann, die uns, wenn wir in sie hinein geraten, einen veränderten Zugang zur Alltagsrealität ermöglicht.
© Karin Schlechter